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Die gehörte Idee_Neues entstehen lassen

Improvisieren, das ist Schöpfen aus sich selbst, Inspiration finden und Zugang zur eigenen Kreativität bekommen. Improvisieren, das heißt, Phantasie in den Bereich des Möglichen zu holen.

 

Die gehörte Vision_Neues hörbar machen

Improvisationen in der Musik sind aus dem Stehgreif entstehende Klanggemälde, die sich Ton für Ton, wie Farbtupfer, zu einem noch nicht gehörten Werk zusammenfügen. Improvisationen hören bedeutet, den Augenblick wahrzunehmen, denn keine Note ist auf Papier fixiert, alles verschwindet wieder im Rauschen rundherum, als söge die Leinwand die Farben in sich auf.

 

Die Belebung_Neues mit Atem füllen

Der Raum, das Empfinden – dies ist die Leinwand, auf die die Töne aufgetragen werden.
Orgel & Klavier – sie sind die Instrumente, mit denen gemalt wird: in feinsten Nuancen, kaum wahrzunehmen wie hellgrau auf weiß, oder dunkel und tief, als blickte man in bläuliche Nachthimmel, oder mächtig und atemberaubend, wie eine große Fläche aus schillerndem Rot.
Der Improvisator – er ist der Künstler, der malt, der im Spielen alles vereint, von der Idee bis zum vollendeten Kunstwerk, der die Klänge mischt wie Farben, der gestaltet, ins Licht rückt, und doch auch mit den Schatten spielt, der beatmet und Atem nimmt, und mit Händen und Füßen in den Klängen steht, sie mischt und gestaltet.

 

Die Bewegung_Neues in Klang bringen

Improvisieren, das bedeutet, Musik fühlbar, ja unmittelbar erlebbar zu machen, den Mut zu haben, sich selbst preiszugeben, sich aufzugeben und wieder neu einzufangen. Es ist dieser Wechsel ein Spiel zwischen Hingabe, Kontrolle, und dem Durchdrungen sein, von allem zu nehmen, um alles zu geben. So werden auch Orgel & Klavier neu begriffen zwei Instrumente mit immenser Geschichte, die doch immer noch neue Geschichten erzählen.
Im entstehenden Klang zieht die Musik auf und sofort wieder ab, unerreichbar. Improvisationen sind Musik aus der verinnerlichten Stille, einer inneren Ruhe, die doch voller Energie ist, die gegensätzlich sein kann, zerrissen, aber immer gegründet in mir selbst.